Sonntag, 15. Januar 2017

Ich nehm dich mit... (IV)


20. August - Tag 8: Kakula - Arugam Bay

Laut dem Manger unseres Hotels kann man sich einfach gegen 9.30 Uhr an die Straße stellen und dort einen Bus nach Arugam Bay nehmen... Er hätte den Busfahrer auch schon angerufen und Bescheid gesagt... ah ja, na dann - man kennt sich wohl hier. Gegen 9.30 Uhr düst dann ein roter klappriger Bus an uns vorbei, aber in die falsche Richtung. Man informiert uns: das ist der Bus, aber der fährt jetzt erst ne Schleife und kommt dann gleich wieder. Als er 30 min später immer noch nicht zurück kommen, fragen wir wieder nach: ja, der frühstückt wohl noch und kommt dann - alles klar.... um 10.10 Uhr taucht der Bus dann wieder aus der Ferne auf, verlangsamt auf Schrittgeschwindigkeit und öffnet die Türen. Reinspringen ist also angesagt, soweit das mit einem 13kg schweren Rucksack halt geht... Es geht vier Stunden über Stock und Stein die Ostküste runter und immer wieder verlangsamt der Bus sich ein bisschen und neue Leute springen rein. Relativ schnell ist er dann schon proppenvoll, es ist unglaublich heiß und man klebt an den Sitzen fest. Es ist also fast wie ein Spiel: möglichst lange sitzen bleiben und so lange wie möglich aushalten, dass die Oberschenkel Eins werden mit dem Plastik der Sitze und wenn es dann wirklich nicht mehr auszuhalten ist, ruckartig erst den einen Schenkel, dann den anderen, in einer gleichmäßigen schnellen Bewegung vom Sitz lösen, so wie wenn man ein Pflaster abzieht. Gewonnen hat der, der danach noch die Haut an den Oberschenkeln und sie nicht an den Plastiksitz verloren hat.
In irgendeinem Minikaff müssen wir umsteigen und weiter geht die rasante Holperfahrt. Irgendwann wird uns wild gestikulierend klar gemacht, dass wir jetzt da sind und hier raus müssen. Wir werden direkt von 180 TukTukFahrern angesprungen, von denen einer uns dann die letzten zwei Kilometer nach Arugam Bay zu unserem Hostel fährt... Dort angekommen trifft uns der Schlag - wir sind ja einiges gewöhnt, aber das ist wirklich unterirdisch. Unser "Zimmer" besteht aus einem oben offenen Mini-"Raum", der nur durch ein paar Pressparnwänden abgeteilt ist, die mit goldenem Stoff behängt sind. Der Raum ist genau so groß, dass zwei Holzpritschen reinpassen auf denen eine ein Zentimeter dicke "Matratze" liegt. Überall sind Vogelschisse und es müffelt und ist dreckig - oh Gott... Wir laden unser Zeug ab und gehen erstmal an den Strand. Dort kommt aber auch keine Entspannung auf, da ganz ekelhafte, streunende Hunde mit Schaum vor den Mäulern und sonst welchen Krankheiten um uns rum rennen und sich ankläffen... Wir laufen also etwas am Strand lang und treffen ein Mädel, die mit uns in Kandy im gleichen Hostel war. Die erzählt uns von einem Hostel den Strand runter, wo es gut sein soll und auch nicht zu teuer. Wir laufen da also hin, aber die sehr nette Managerin erklärt uns, dass alle Dorms für diese Nacht schon ausgebucht sind, aber sie könnte uns ein Zelt aufstellen für die Nacht und dann könnten wir morgen umziehen in ein Dorm. Das Zelt kostet uns 500R pro Nacht (also 3 Euro für uns beide zusammen) und sieht gemütlicher und sauberer aus, als unser Zimmer... Kurzerhand beschließen wir, dass andere Hostel zu stornieren, da wir es über Booking.com reserviert haben, kann man noch bis 18 Uhr kostenlos stornieren - nicht gerade die feine Art, aber das was die da anbieten ist ja auch nicht gerade Kundenfreundlich... Wir holen unsere Rucksäcke also wieder aus dem Zimmer, geben den Schlüssel zurück und werden ohne große Probleme raus gelassen. Keiner scheint allzu verwundert - das sind sie wohl gewöhnt, dass hier Leute wieder flüchten. Wir richten unser Zelt ein und gehen dann dort an den Strand und ins Meer - hier ist selbst der Strandabschnitt schöner und sauberer. Nach einer langen, warmen Dusche, wird uns die Bar "Hide-Away" empfohlen, wo gerade Happy Hour sein soll... Wir schlendern also zu der versteckten Bar, die von kleinen Öl-Lampen ausgeschildert wird und sich in einem kleinen dschungelartigen Areal befindet. Dort gibt es zur Happy Hour den besten Cucumber-infused-Gin-Tonic, den meine Geschmacksnerven je probieren durften, für gerade mal 1,50 Euro, während ein Mann mit seiner Gitarre die passende Hintergrundmusik liefert, während wir auf Bambusmatten und Kissen auf dem Boden chillen, die Füße im Sand umgeben von Kerzenlichtern und der warmen Abendluft. Willkommen im Paradies... [...] 





bestes Busessen überhaupt: "Dhal Vade" (frittiertes Linsenzeugs mit Zwiebeln und Pepperonie)

Umstieg in den nächsten Bus


Unser "Zimmer"

Arugam Bay

Unser Zelt

Hide-Away