Sonntag, 3. Mai 2015

Gefunden in Indonesien...

Auch wenn ich aus Indonesien keinen einzigen Blogbeitrag geschrieben habe, habe ich trotzdem nicht nur faul am Strand herumgelegen. Nein, ich lag faul am Strand rum und habe Tagebuch geschrieben, jeden Tag. Und so ist ein kleines Büchchen entstanden...  Ich habe versucht alle Details festzuhalten, wo ich wann war, wen getroffen habe, was getan habe, was gegessen und was dafür bezahlt. Ich sitze jetzt Zuhause und blättere durch die unzähligen, teils sehr krakeligen Zeilen, und weiß nicht wo ich anfangen soll... Es waren so tolle drei Wochen, in denen ich so viel erlebt und unternommen habe. Klar, das Land war wunderschön: bezaubernde Sandstrände mit türkisfarbenem Wasser so weit das Auge reicht, saftig grüne Reisterassen umsäumt von Palmen, alte Tempel und Ruinen reihen sich aneinander malerisch an kleinen Flüssen gelegen, die sich durch die dschungelartige Landschaft schlängeln. Auch die Leute waren extrem nett und hilfsbereit. Unzählige Male bin ich verwirrt an einer Kreuzung gestanden und gleich kamen mehrer Leute und haben gefragt, wo ich hin muss und dann den kompletten Verkehr gestoppt und mich auf die andere Straßenseite geführt, damit mir auch nichts passiert. Auch das Essen war super lecker, alles sehr sehr billig und das Wetter auch immer schön warm (klar, hat es auch mal geregnet, aber grundsätzlich super Wetter). Und trotzdem sind es die kleinen, unscheinbaren Dinge, die es zu einer besonderen Reise gemacht haben... Die Fahrt zu sechst im TukTuk: bei jeder Kurve mussten wir uns in die andere Richtung lehnen, damit das TukTuk nicht aus der Kurve kippt und wir haben Tränen gelacht, weil es so verrückt, irrsinnig und witzig war. Die Überfahrt nach Gili T, die an eine Achterbahnfahrt erinnerte, weil wir über die Wellen gerauscht sind und jedes Mal mit einem lauten Rums wieder aufs Wasser klatschten. Ich weiß noch genau, wie ich mehrere Anläufe gebraucht habe, um meine Sonnenbrille aufzusetzen, weil es solche Schläge getan hat und ich meine Hand nicht still halten konnte und die große Gefahr bestand, dass ich mir ein Auge aussteche. Und bei jeder Welle klatschte mir das Meerwasser nur so in mein breites Grinsen. Oder als wir auf dem Nachtmarkt essen waren. Es gab unzählige Stände, über und über voll mit dem verschiedensten Essen. Reis und Nudeln türmten sich neben Maiskolben, Gemüse, Fisch und gegrilltem Fleisch. Aus Kühlboxen wurde im Eis gelagertes Bier verkauft und neben dran schmierte der Crepemann Nutella auf seine noch warmen Bananencrepes. Wir ließen uns Berge an Essen auf die Pappteller schöpfen, und probierten uns durch alles, was annähernd essbar erschien, und bezahlten dafür gerade mal zwischen einem und zwei Euros. Es waren auch die Nächte, in denen wir bis in die Morgenstunden durchgetanzt sind, Beerpong gespielt haben und morgens um 6 noch in kurzen Hosen und Top am Strand saßen und gewartet haben, bis die Sonne aufgeht. Oder als wir uns Fahrräder gemietet, den Fahrradkorb mit Obst voll gepackt haben und in Flip Flops einmal um die Insel gefahren sind, und während dem Fahren frische exotische Früchte in uns reingestopft haben und uns einfach in den Sand haben fallen lassen, wenn wir eine Pause brauchten. Oder die Stimmung, die im Hostel herrschte, als der Strom auf der kompletten Insel ausfiel. Es wurden Kerzen angezündet und alle saßen beisammen, haben noch Bier getrunken, solange es kalt war und über Handys Musik laufen lassen und in den sternenklaren Himmel gestarrt. Oder die tausend Male, wo ich angesprochen wurde von völligen Fremden, ob sie ein Bild mit mir machen dürfen. Schulmädchen, Verkäufer, asiatische Touristen oder TukTukfahrer haben sich neben mich gedrängt, mich umarmt und vor Freude gegluckst, weil sie ein Foto mit mir bekommen - für mich selber ein seltsames und irrwitziges Gefühl. Oder die eiskalten Duschen, unter denen ich zur lauten Musik des Hostels tanzen musste, weil ich sonst jedes Mal einen Zitteranfall bekommen hätte, aber die gleichzeitig so gut getan haben und nach denen man sich wie neugeboren gefühlt hat. Oder die Atmosphäre, die herrschte als wir auf die Tempelanlage von Borobudur geklettert sind und es dann so heftig angefangen hat zu regnen, dass wir nach zwei Minuten schon klitschnass waren. Aber wir standen da oben und es war so eine mystische Stimmung, zwischen diesen riesigen Glocken und den Buddhas, während die Nebelschwaden im Hintergrund über dem Dschungel hingen und die Luft nach frischem Regen duftete. Und natürlich noch das Gefühl, alleine unterwegs zu sein. Zu wissen, dass man alles was man braucht in einen Rucksack stopfen kann und dann alleine in einem fernen Land mit einer anderen Sprache, die man nicht spricht, unterwegs zu sein. Das Gefühl, das man alles machen kann, das man an nichts und niemanden gebunden ist und dort verweilt, wo es einem gefällt und zwar so lange, wie man will. Das Gefühl, dass man weiß, man hat alles alleine organisiert und für alles selbst verantwortlich ist - sowohl für das was man erreicht hat, als auch das was man verbockt hat. Es sind diese kleine Momente einer großen Reise, die es zu etwas ganz Besonderem gemacht haben...

"Sometimes you find yourself in the middle of nowhere
and sometimes in the middle of nowhere you find yourself." - Unknown

Jakarta (Java)
Istiqlal Moschee, Jakarta (Java)
Prambanan (Java)
Prambanan (Java)
Prambanan (Java)
Borobudur (Java)
Borobudur (Java)
Borobudur (Java)
Water Castle - Yogyakarta (Java)
Kuta (Bali)
Seminyak (Bali)
Ubud (Bali)
Monkeyforest - Ubud (Bali)
Monkeyforest - Ubud (Bali)
Monkeyforest - Ubud (Bali)
Gili Tawangan (Lombok)
Gili T (Lombok)
Gili T (Lombok)
Nightmarket auf Gili T (Lombok)
Gunnung Kawi (Bali)
In der Nähe von Ubud (Bali)
In der Nähe von Ubud (Bali)
Tirta Empul (Bali)
Tirta Empul (Bali)
Tirta Empul (Bali)
Tirta Empul (Bali)
 
Mount Agung (Bali)