Sonntag, 19. Oktober 2014

"Not all those...

who wander are lost..." - J.R.R. Tolkien

Die Zeit rennt so schnell an mir vorbei und scheint gleichzeitig still zu stehen. Ich habe immer noch diese Momente, wo ich auf einmal realisiere, dass ich in den USA bin, dort lebe und studiere und mich dann kurz fragen muss, wie ich hier überhaupt hingekommen bin. In den letzten Wochen habe ich eine Reise in meine Kindheit erlebt. Ich bin mit meinen Eltern für fast zwei Wochen in einem Wohnmobil mitgereist, fast so wie früher. Es war manchmal, als hätte man mir einen Schlag versetzt und ich bin wieder das kleine Kind. Ich habe meine leicht ausgeblichenen alten Kindheitserinnerungen aufgefrischt, wieder neu in den Fokus gerückt, frisch angemalt und dann einige Bilder angefügt. Das Knallen der Wohnmobiltür, wenn sie gegen die Außenwand schlägt. Das Blubbern des Kaffees im Deckel des Perks beim Aufwachen. Das Knirschen der Räder auf dem unbefestigten Campingplatz. Der Geruch von Lagerfeuer am Morgen. Das Gurgeln der Wasserpumpe. Das Gefühl des rauen Sitzkissens beim Sitzen. Das Knistern der Campingstühle, wenn man sich reinfallen lässt. Es sind die kleinen Dinge, die mich so an unsere vorigen Reisen erinnert haben. Abgesehen von den vielen Plätzen, die ich jetzt wieder sehen durfte (Campen am Lake Powell, Familienfoto im Monument Valley, Sonnenuntergang am Gooseneck, das Erklimmen von Goblins in Goblin Valley, Sprachlos sein am Delicate Arch, Schlendern durch Moab, Carvings in El Morro entziffern) habe wir auch ganz viele neue hinzugefügt (mit dem Helikopter über den Grand Canyon, Klettern durch den Antelope Canyon, Mesa Verde erforschen, Teil des Balloon Festivals in Albuquerque sein). Die Zeit ging viel zu schnell rum und danach meine Eltern wegfahren zu sehen, war nicht gerade das angenehmste Erlebnis das ich hier hatte. Dieses Mal war es so endgültig... Zwei Monate vorher in Friedrichshafen am Flughafen, war es ja nur ein Abschied auf Dauer, da ich ja wusste, dass sie dann bald kommen würden. Dieses Mal war es dann aber definitiv ein Abschied für mindestens 4 Monate.

Grand Canyon


Antelope Canyon
Monument Valley
Gooseneck
Goblin Valley


Delicate Arch




Mesa Verde
Albuquerque
El Morro

Da dieses Erlebnis also leider schon vorüber war und ich mich so lange drauf gefreut hatte und jetzt irgendwie planlos war, musste schnell was Neues her. Und das kam überraschenderweise per Skypeanruf von Steffi, meiner Freundin aus Deutschland, die gerade in San Diego studiert. Es sei so heiß in San Diego und am Samstag sei ne Yachtparty... wann ich denn eigentlich mal vorbei kommen würde... 30 min später hatte ich meinen Bus nach San Diego gebucht: 2,5 h nach Phoenix, dort umsteigen und dann 8,5 h nach San Diego. Abfahrt: nächster Tag, 22.30 Uhr. Kurz geschlafen und schon stand ich mit Steffi am Strand, Surfbretter unterm Arm und war sofort verliebt in San Diego. Das Wochenende war absolut verrückt, genial, abgefahren, verwirrend, beschwipst und sonnig. Wir sind vom Strand zu einer Verbindungsparty gestolpert, zurück an den Strand, nach Downtown, Coronado, la Jolla, Pacific Beach und auf eine Yachtparty. Wir sind surfen gewesen, haben Souvenirs geshoppt, Margheritas geschlürft, Lagerfeuer am Strand gemacht, sind abgetanzt und haben im Jacuzzi gechillt - was für ein Leben! Ich hab bei meiner Abreise so viel Sand in meine Schuhe geschaufelt, dass ich mir ganz sicher bin, dass ich in diese tolle Stadt wieder zurückkehren werde.
Als nächstes steht jetzt nächste Woche das Homecoming Weekend (mit der Wahl des Homecoming Queen, der Homecoming Parade und dem Tequila Sunrise (Tequila Sunrise trinken bis sunrise) an), dann ist direkt Halloween und dann geht’s ja auch direkt schon 10 Tage nach Hawaii…

Pacific Beach


Yacht-Party

Downtown




Typhoon


Coronado






La Jolla