Arzúa - Pedrouzo


9.Spetember 2009:
Mama geht es heute nicht so gut und deswegen krauchelt sie nur langsam vor sich hin. Ich bremse also mein Tempo, um sie nicht aus der Sichtweite zu verlieren, weil ich ansonsten fürchte, sie bricht irgendwo zusammen und bleibt für immer verschollen… Und zurücklaufen gibt’s nicht, falls sie liegen bleibt, also muss ich in ihrer Nähe bleiben!

Das langsame Gehen macht mich allerdings fertiger, als mein eigentliches schnelles Tempo und ich fühle mich nach nur 15km schon völlig gerädert. Unsere heutige Station liegt nicht direkt am Weg – man muss vom eigentlichen Camion ein Stück abzweigen. Natürlich verpassen wir die Abzweigung und laufen etwa 3 – 4km „zu viel“. So ein Mist! Nichts ist ätzender als „umsonst“ zu laufen… Schlussendlich kommen wir aber auch heute an.
Abends gehen wir dann wieder in eine Messe, was mir wirklich gut tut. Ich bete für meine Familie, meine Freunde, für Mary und ihre Angehörigen (Mary ist eine Pilgerin, die 2003 nach ihrer Pilgerreise in Santiago im Schlaf gestorben ist – ein Denkmal am Weg erinnert an sie) und für mich.

Der Pfarrer hat aber übrigens nicht so Bock auf die Messe und rattert die komplette Lesung runter, als hätte er einen Braten im Ofen.
Wir essen mal wieder fett in einer Bar zu Abend: Pilgermenü mit Riesenauswahl für 8Euro, lecker und preiswert!

Jetzt geht es erstmal ins Bett, damit wir morgen frisch und gestärkt die letzten 20km antreten können und unseren Weg dann in Santiago beenden!
-->22km

„Dein eigenes Tempo kann dir niemand vorgeben!“ 

C|_| 

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