Donnerstag, 30. Oktober 2008

Die Erde ist flach, ein zerbrochener Spiegel bringt Unglück und Spinat enthält besonders viel Eisen...

In weniger als einen Monat werde ich 17 und in letzter Zeit denke ich oft über das Alter nach, der Teufel weiß warum. Naja, auf jeden Fall ist 16 nun wirklich nicht alt, aber schon in diesem Alter gibt es einige Dinge, die ich nicht mehr machen kann bzw. nicht mehr machen kann, ohne dass mich alle Leute blöd anschauen würden. Nehmen wir mal als Beispiel an Fasnacht auf den Narrenbaum klettern oder mit nem Karussell fahren. Wenn ich jetzt wenigstens noch klein wäre, könnte ich einfach behaupten ich wäre erst Acht, aber mit meinen 1,77 wird das wohl kaum hinhauen. Und überhaupt ist erwachsen werden doch irgendwie blöd. All die schönen Illusionen werden einem genommen. Was bin ich mit einem Salzstreuer in der Hand durch Stetten gerannt, auf der Suche nach dem Osterhasen, nur weil meine Mama mir erzählt hat, dass wenn man den Osterhasen sieht und ihm Salz auf den Schwanz streut, er stehen bleibt. Und da zog Klein-Linda natürlich sofort los… auch wenn ich dem Hoppelhäschen nie begegnet bin, hat mich das nie zum Zweifeln gebracht. Was Mama gesagt hat, musste stimmen. Wenn Mama meinte, dass man den Grasfleck nie wieder aus der Hose rausbekommt, dann musste das auch stimmen. Auch wenn die Hose jedes Mal wieder frisch und sauber aus der Wäsche kam… Oder ich kann mich noch genau erinnern, als wir (meine Brüder und ich) einen Brief vom Weihnachtsmann bekamen, indem er erklärte, dass er leider keine Zeit mehr hätte (wegen all den anderen Kindern) zu uns persönlich am Abend zu kommen. Wir sollen doch eifnfach unsere Stiefel rausstellen und er würde dann über Nacht kommen und sie füllen. Wir seien ja schon große Kinder. Geglaubt hab ich jedes Wort! Wobei man auch sagen muss, dass meine Mama sich echt verkünstelt hat und den Brief mit etlichen Details versehen hat, die ein kleines naives Kind wie mich dazu gebracht haben, es zu glauben (aber allein das rote Siegelwachs auf dem Umschlag hätte schon ausgereicht).
Als kleine Kinder sind wir halt einfach dumm, aber vor allem auch naive. Und manchmal haben wir wohl einfach nicht 1+1 zusammengezählt. Beispiel? Wieso habe ich zwar wahrgenommen, dass die Leiter auf dem Lager abends immer ihre Becher still und leise im Küchenzelt nachgefüllt haben, habe mich allerdings nie gewundert oder gefragt, was sie da eigentlich trinken.
Schön waren also die Zeiten, als man sich noch um nichts kümmern musste, in den Kindergarten gegangen ist und ansonsten immer Langeweile hatte. Ob belogen oder veräppelt – völlig wurscht. Die einzige Hoffnung noch mal das Kind in einem auszuleben, könnte mit den eigenen Kindern kommen. Dann muss man ja wieder mit dem Karussell fahren, im Kaufmannsladen verkaufen oder mit Barbie spielen. Und irgendwann werde ich vielleicht auch mal meinen Kindern die Geschichte von dem Salzstreuer und dem Osterhasen erzählen…

Dienstag, 21. Oktober 2008

"Und wie wars...?"

„Und wie war’s…?“

Es ist jetzt fast schon zwei Wochen her, seit ich Neuseeland verlassen habe, genauer gesagt zähle ich jeden einzelnen Tag und es sind mittlerweile genau 11 Tage seit ich das letzte Mal Neuseeländische Luft geatmet, Neuseeländischen Boden berührt und das geliebte Meer gesehen habe. Es kommt mir vor, als sei es Monate her. So weit weg und schon fast unrealistisch fühlt es sich an. Hätte ich nicht all die Bilder, all die Mitbringsel und all die Nachrichten, die ich bekommen habe, dann würde ich es wahrscheinlich anzweifeln, dass ich jemals dort war. Ich vermisse die Leute, gerade Mells und Hans, meine dortigen besten zwei Freundinnen, mit denen ich so viel gelacht und erlebt habe. Ich vermisse alle die anderen, die Südamerikaner (vor allem aber den Schmunzelhasen), meine Schulkameraden, Judy, meinen ruhigen Alltag, das Sushi und die Sonne. Ich würde so viel geben, noch mal dort hin zu können, die Zeit zurück zu spulen, damit es genau so ist, wie es die drei Monate lang war, damit ich noch mal die schönste Zeit in meinem Leben erleben kann.
Ich bin Samstagnacht angekommen, und konnte meine Eltern nach drei Monaten zum ersten Mal wieder in den Armen halten. Es gibt so viel zu erzählen und auch wieder nicht. Ich habe festgestellt, wie wichtig eine Familie ist: vor allem meine Eltern, aber irgendwie auch meine Brüder, die ich doch schon vermisst habe (auch wenn ich das niemals zugeben würde…). Ich bin wieder Zuhause, zurück in meinem Zimmer, mein Bett, mein Computer, meine Heizung… Am Sonntag hab ich mich erstmal mit Frau Hoffemanne getroffen und irgendwie muss ich sagen, hatte ich Angst. Ich weiß nicht, wie stark ich mich verändert habe und ich wusste auch nicht, wie stark sie sich verändert hatte. Am Anfang war es auch ein bisschen komisch, ich wusste gar nicht was ich erzählen sollte, das war meine Welt dort unten und sie kannte keinen von dort, wusste nicht, wie mein Leben dort war. Keiner war selber dort, mit dabei, keiner weiß, was da abging, und wahrscheinlich interessiert es die Meisten nicht mal, was ich durchaus verstehen kann. Es hat einfach niemand so eine Verbindung dazu, wie ich und somit kann ich zwar stundenlang jemanden etwas vorschwärmen, derjenige hat danach trotzdem keine Vorstellung, was ich gefühlt hab und wie es wirklich war.
Am Montag bin ich dann gleich wieder in die Schule. All die Leute, die mich gefragt haben, wie es war. Die etwas kurze Antwort „Gut“, hat die Meisten dann doch etwas enttäuscht. Aber wie soll ich den drei Monate in einen Satz zusammenfassen?
Natürlich gibt es ziemlich viel, was ich nachholen muss und wer mich kennt, weiß dass so was mich unheimlich stresst. Der Schuldruck ist was, womit ich echt nicht klar komme. Die Zeit des chillens ist vorbei, und jetzt geht’s wieder zurück in den Alltag. Und irgendwie gibt es neben der Schule noch all die anderen Sachen, die mich auch stressen, obwohl mich keiner zwingt sie zu tun. Ich hetze wieder durch den Tag, um alles zu schaffen, aber immerhin kann ich fast jede Sekunde an Neuseeland denken und dann das erhellt meinen Alltag ein bisschen und ich kann Gott danken, dass ich das Glück hatte, all das zu erleben. Auch wenn ich traurig bin, dass es zu Ende ist, bin ich gleichzeitig glücklich, dass ich es überhaupt erleben durfte.

„Jeden Morgen wacht in Afrika eine Gazelle auf. Sie weiß, sie muss schneller laufen, als der schnellste Löwe, um nicht gefressen zu werden.

Jeden Morgen wacht in Afrika ein Löwe auf. Er weiß, er muss schneller als die langsamste Gazelle sein, wenn er nicht verhungern will.

Es ist egal, ob du ein Löwe oder eine Gazelle bist: Wenn die Sonne aufgeht, musst du rennen!“

Und ich renne…

Freitag, 10. Oktober 2008

Wir sind die Besten

„…Kann wieder atmen,
bin wieder auf der Straße unterwegs,
um den Regen zu riechen und
um hinter jeder verdammten Kurve
den Sinn des Lebens zu finden…“

Alles fing damit an, dass ich alleine im Bus saß und meiner Freundin, die in einem zweiten Bus saß (die von verschiedenen Orten gingen, sich aber an einem trafen), eine Sms schrieb mit dem Inhalt: „Verdammt, ich bin allein im Bus“ und kurz darauf die Antwort erhielt: „Verdammt, ich auch!“. An sich ist es ja nicht so schlimm alleine Bus zu fahren, aber die Tatsache, dass eigentlich 7 andere Chilianer in einem dieser Busse sitzen hätten sollen, und mit uns auf dem Weg zum Flughafen sein sollten, war dann doch etwas blöd. Nicht, dass wir uns so was eh schon gedacht hatten, dass die Südamerika etwas….sagen wir mal… relaxter sind, aber den allerersten Bus zum Flughafen hätten sie wenigstens bekommen dürfen. Naja, fast gut könnte man sagen, denn dadurch stellten Zwei noch fest, dass sie ihren Passport vergessen hatten (auch wenn sie felsenfest behaupten, eine School ID würde auch reichen) und konnten zurück. Irgendwann kamen sie also an und die nächste Sache, die Hannah und mich dann zum Lachen brachten, war, dass sie mit Koffern oder Reisetaschen ankamen… Eine Backpackerreise mit Koffern hat aber auch was. Also immer noch rechtzeitig am Flughafen angekommen, durch den Security Check und nach 15min warten, wurde uns dann mitgeteilt, dass unser Flug 1,5 Stunden Verspätung hat. Na gut, dann gehen wir halt noch was essen, haben wir uns so gedacht. Wieder zurück, um dann festzustellen, dass in dem internationalen Flughafen in Auckland, der größten Stadt Neuseelands, selbst der McDonalds um 9 Uhr abends zumacht. Heilige Scheiße, um 21Uhr in nem Flughafen!!!
Irgendwann ging dann aber auch endlich der Flug und wir haben dann vom Flughafen in Christchurch ein Shuttel direkt zu unserem Hostel genommen. Dort sind wir dann erstmal nachts noch durch Christchurch gepilgert und siehe da, ein McDo gefunden, der noch um 3 Uhr nachts aufhatte.
Am nächsten Morgen etwas länger geschlafen, dann Christchurch unsicher gemacht, mit der Gondel nach ganz oben gefahren, von dort hatte man eine gigantische Sicht über ganz Christchurch und der freundliche Mann dort, hat uns nur den Kinderpreis abgenommen. J Zurück ins Hostel und dort uns Abendessen in der Gemeinschaftsküche gekocht. Das Hostel war ein Base Hostel, in dem wir einen Raum mit 6 Betten hatten, sauber, hell, schön, klein und das für 20 Dollar (10Euro) die Nacht. Am nächsten Morgen dann den Bus um 7.15Uhr nach Kaikoura genommen. Und welch Wunder, selbst die Jungs haben ihn bekommen… Ein paar Stündle unterwegs, halb schlafend im Bus, dann in Kaikoura angekommen, einem kleinen verschlafenem Kaff, in dem man eigentlich nichts außer Whale Watching und Swimming with Dolphins machen kann. Das Hostel, war ein richtig Süßes, nicht wie ein Hotel, sondern eher wie bei Jemandem privat Zuhause. Unser Zimmer war ein besonderes, bei dem jedes Bett wie ein kleines Hüttle war, mit eigenem Vorhang. Ein toller Living Room und eine fette Küche, alles sehr schnuckelig. Eigentlich hatten wir ja swimming with Dolphins geplant, als wir aber am Encounter ankamen, wurde uns mitgeteilt, dass das gestrichen sei, weil die Delphine sich in den Süden davon gemacht hätten und das zu weit wäre. Blöde Viecher! Somit hatten wir einen Tag in Kaikoura, in dem es einfach nichts zu machen und nichts zu sehen gab (außer verdammt viele Deutsche). Gegen Abend sind wir dann aber noch ewig lang am Strand gelaufen, bis zu einer Seal Colony. Wir liefen direkt am Strand entlang, als auf einmal neben mir ein lautes Grunzen erschallte und ein fetter großer grauer Kloß mich anplögte. Total verschreckt schaute ich in die großen Glubschaugen eines Seelöwen, der nur 2 Meter neben mir stand oder lag, was auch immer so eine Tonne tut. Wir waren mitten in die Kolonie dieser ziemlich unförmigen Tiere gelaufen, die man auch schier nicht von Steinen unterscheiden konnte, wenn sie sich nicht bewegten. Aber so nah war ich noch keinem gekommen bzw. ich frag mich grad, ob ich jemals schon welche in der Natur gesehen habe. Somit hatte sich der Marsch schon mal gelohnt und wenigstens etwas die Delphine entschuldigt. Am nächsten Tag ging es dann nach Nelson, etwa 4 Busstunden entfernt. Dort hab ich dann Katherina, eine Freundin aus meiner Klasse in Deutschland, die gerade 6 Monate dort ist, getroffen. Sie hat mir dann Nelson gezeigt und wir haben so über unsere Erfahrungen geredet. Den Abend habe ich dann mit meinen Leuten verbracht. Wir waren 3 Deutsche, Melissa, Hannah und ich, eine Brasilianerin, 3 Chilianerinnen und 4 Boys auch von Chile. In Nelson hatten wir ein wunderschönes kleines Appartement, nur für uns Mädels. Eine Küche, ein nettes Wohnzimmer mit Fernseher und Radio, und ein großer Raum mit Betten. Wir sind dann zu New World und haben alles Mögliche fürs Abendessen eingekauft. Wir haben Reis mit Fleisch und angebratenem Gemüse gemacht. Der Reis war schon aufgesetzt und das Fleisch und die Zwiebeln in der Pfanne. Aber irgendwie war was komisch, weil es einfach nicht richtig heiß wurde und komischerweise schäumte. Nach einer Weile haben wir zufällig auf unsere „Ölflasche“ geschaut und sind vor Lachen zusammengebrochen: das „Öl“ war gelbes Spülmittel… Was haben wir gelacht. Naja, und dann haben wir halt noch mal neu angefangen, was danach dann auch sehr lecker war. Es war dann irgendwann drei Uhr nachts, als die Jungs endlich zu ihrem Hostel zurück sind und wir uns dann überlegten, dass wir ja um sechse schon wieder aufstehen müssten, um um 7Uhr den Bus zu bekommen. Da dann 4 von uns zu der Überzeugung kamen, dass 3 Stunden Schlaf sich dann auch nicht lohnen, blieben wir die Nacht einfach auf. Runter zur Tanke (zum Glück war sie direkt neben dem Hostel) ein paar Red Bull getrunken und zur Musik im Radio die Nacht durchgetanzt und gelacht. Um 6 Uhr dann die anderen Zwei geweckt, gefrühstückt und auf zum Bus. Als der Bus dann losfuhr und wir immer noch nur noch zu 6. waren, wurde uns klar, die Jungs hätten wohl doch auch lieber die Nacht durchgemacht. Wir konnten sie auf dem Handy nicht erreichen, was uns schließen lies, das sie wohl immer noch schliefen. Gerade an dem Tag hatten wir eine 9 Stunden Busfahrt vor uns…Die Strecke von Nelson nach Fox Glacier war, und das wörtlich, zum Kotzen. Unsere Brasilianerin Bianca bzw ihr Magen war wohl nicht so viele Kurven gewöhnt. Man muss dazu sagen, dass sie ziemlich weit hinten saß (wobei Mells und ich in der letzten Reihe saßen) und es da einfach noch mal mehr schaukelt. Wie dem auch sei, hat sie dann irgendwann sich übergeben, glücklicherweise während ich geschlafen und somit das nicht mitbekommen habe, ansonsten hätte ich wohl auch müssen. Nach der Hälfte der Fahrt, haben wir uns dann auch weiter nach vorne gesetzt, weil das einfach zu bäh war. Zu allem Übel hatten wir dann auch noch einen Fahrer, der die kompletten 9 Stunden durchgelabert hat. Alter Schwede, der hat jede Kurve und jeden Baum erklärt und wir sind nur Kurven durch Wälder gefahren. Ich hab meinen I-Pod auf das Lauteste gestellt, was er konnte und man konnte ihn immer noch hören. Aber mir haben die Leute Leid getan, die keinen MP3-Player hatten. Wie die das überlebt haben, weiß ich bis heute nicht. Als wir dann endlich in dem winzigen Kaff Fox Glacier ankamen, haben wir im Hostel eingecheckt, auch ziemlich cool, eigenes Appartement, mit Küche und Living Room und das diesmal für alle 10. Tja, schade nur, dass die Jungs ja den Bus verpasst hatten… Als sie dann 5 Stunden später auch ankamen, haben sie uns erzählt, was passiert war: Als sie also nachts um 3 von unserem Hostel zu ihren nach Hause gefahren sind (mit Fahrrädern, wobei sie nur 2 für 4Leute hatten und somit total fertig waren, weil immer zwei auf einem waren), haben sie gemerkt, dass sie den Pin für ihr Hostel nicht kannten. Dann haben sie erstmal relaxet wie sie sind, ein Paar geraucht und gewartet, bis vielleicht jemand kommt, was dann natürlich nicht der Fall war. Irgendwann sind sie dann alle durch ein winziges Fenster reingeklettert und haben sich schlafen gelegt und sich einen Wecker im Handy gestellt. Das Blöde war aber, dass wir Mädels erstens Schiss und zweitens Langeweile hatten und sie somit auf dem Handy zugetextet haben (Schiss hatten wir, weil auf einmal (während die Jungs noch da war) ein Mann vor unserem Fenster stand, reinschaute, uns zusah, was wir gemacht haben. Irgendwie hat er wohl nicht gerechnet, dass wir ihn sehen, und als wir ihn dann fragten, was er denn da machen würde, meinte er: „If you don’t want somebody to see you then close the curtains“ , was wir dann auch gemacht haben, aber es war irgendwie unheimlich, zumal dann auch noch betrunkene Typen vor unserem Haus herumliefen.) Naja zurück zu den Jungs – genervt von unseren Sms haben sie das Handy ausgeschaltet und somit auch den Wecker. Als sie dann um 7 von selber aufgewacht sind, haben sie gedacht, sie hätten den Bus eh verpasst (der aber nur von ihnen um die Ecke fuhr und das um 7.15) und haben sich erstmal ein Frühstück gekocht. Wenn das nicht gechillt ist, weiß ich nichts mehr. Irgendwann haben sie sich dann aber auch aufgemacht, nach dem nächsten Bus zu schauen und sind dann in einem winzigen Shuttelbus (mit einmal umsteigen) nach Greymouth gefahren (3,5 Stunden vom eigentlich Ziel entfernt) und von dort haben sie versucht zu trampen. Natürlich hatten sie mal wieder „Schwein“ und ein Mann hat seinen Bruder angerufen, der sie dann für denselben Preis, wie der Bus, nach Fox Glacier gefahren hat. Somit haben sie ziemlich viel bezahlt, sind aber dennoch relativ früh angekommen. Am nächsten Tag, sind wir dann mit einem Shuttel alle zusammen zum Lake Whanaka gefahren, der meist Fotografierteste See, in dem sich normalerweise die Berge und der Wald spiegeln sollten. Taten sie aber nicht, als wir da waren und somit war es nur ein mittelprächtiger See, um den wir etwa zwei Stunden wanderten. Zurück und dann unserem gebuchtem Fox Glacier Walk. Wir haben riesige globige Treter, fette Wollsocken und eine Regenjacke bekommen und sind dann bis zum Gletscher und sogar auch etwas auf dem Gletscher gewandert. Ziemlich beeindruckende Gegend und so ein Gletscher ist verdammt faszinierend und vor allem aber gefährlich. Fertig Suppen zum Abendessen und am nächsten Morgen weiter nach Queenstown. Und schon wieder hatten wir einen Fahrer, der für sein Leben gerne redete und vor allem gerne stoppte. Insgesamt war es um die 7 Stunden Fahrt, wobei man das ohne Stops auch in 5 geschafft hätte. Wir haben alle Naselang angehalten und entweder etwas angeschaut oder Toilettenstops gemacht. Einmal sind wir sogar nur um eine Ecke und über eine Brücke gefahren und haben wieder angehalten. Und jedes Mal war ich gerade eingeschlafen, als schon wieder angehalten wurde. Etwas entnervt kamen wir dann in Queenstown an und haben wieder in einem Base eingecheckt. Schnell noch in den Supermarkt geflitzt (der aber bis 24Uhr offen hatte) und dann Fleisch mit Pilzsoße, Kartoffeln und Salat gekocht. Am nächsten Tag hat es dann leider geregnet und da es mein letzter Tag war, hatten meine Freunde eigentlich eine Reittour zu den Plätzen, wo Lord of the Rings gedreht wurde, geplant. Das wäre mein Traum gewesen und eine Superschöne Überraschung, die aber wegen dem Scheißwetter abgesagt wurde. Hannah hat nur noch geweint und ich hab das Wetter verflucht, bis mir keine Schimpfwörter mehr eingefallen sind (und dabei kann ich inzwischen auch in Spanisch und Portugiesisch fluchen…). Stattdessen sind wir dann mit der Gondel und Luge gefahren, was auch ganz nett war, weil dann das Wetter etwas aufgeklart ist. Diesmal haben wir zwar nicht den Kindpreis bekommen (also ich nicht, wir haben aber drei als Kind durchgeschmuggelt), sind dafür aber als Familie durchgegangen. Eine ziemlich lustige Familie muss man sagen, mit Melissa und mir als Erwachsene und Camillo, Antonia und Maria als Kinder. Danach haben wir dann noch ewig lang Minigolf gespielt und das innen drin. Bin zwar nur Dritte geworden, war aber sehr lustig. Zum Abschied haben sie mich dann noch zum Essen eingeladen, in einem kleinen süßen Italienischen Restaurant, hatten wir Pizza, Salat und verdammt viel Spass. Danach haben wir uns noch einen Sekt gekauft und haben die Nacht noch einmal zusammen durchgemacht. 3 von 4 Jungs waren schon um 12 im Bett, Maria und Bianca sind dann um 2 eingeschlafen, Romulo etwa auch um die Zeit und Antonia hat es immerhin bis um 4 durchgehalten. Somit waren es nur noch Melissa und ich, die alleine von 4-7Uhr nachts im Computerraum auf Massagestühlen saßen (die aber nicht an waren und somit hatte man unbequeme Hubbel im Rücken) und haben, geredet, gelacht und geweint. Irgendwann haben wir dann angefangen alle unsere Insider aufzuschreiben, was die Sache mit dem Lachen und dem Weinen nicht besser gemacht hat. Irgendwann zurück im Zimmer um 7 ist Melissa dann auf dem Bett eingeschlafen. Ich hatte aber Angst, dass wenn ich jetzt einschlafen, mich keiner mehr wach bekommt und ich dann mein Shuttel und somit meinen Flug verpasse. Also bin ich wach geblieben, alleine auf dem Flur, nur ich, mein I-Pod und eine Flasche Cola. Hannah war dann die Erste die um 9 aufgestanden ist, weil sie einen Friseurtermin hatte und ich bin dann mit ihr mit, halb schlafend, mit Bauchkrämpfen, von denen ich nur vermuten kann, wovon sie kommen. Um 12 kam dann mein Shuttel und verdammt noch mal, ich konnte nicht aufhören zu heulen. Als dann auch noch Melissa anfing, wurde es noch schlimmer. Viele von ihnen werde ich vielleicht nie wieder sehen und wenn, wer kann mir versprechen, dass wir dann noch die Gleichen sind?! Wir haben uns hier unsere eigene Welt aufgebaut, mit unseren eigenen Abenteuern, unseren eigenen Freunden und unserem eigenem Alltag. In unserer Heimat hat jeder seinen Eigenen und der andere kennt diesen nicht. Was kann man sich dann erzählen? Wer sagt mir, ob ich jemals nach Chile komme? Ich will sie nicht zurücklassen, ich will nicht wieder in mein altes Leben, ich hatte dort alles. Es wird niemals so wie zuvor. Auch mit Melissa und Hannah wird es nicht das Gleiche sein, wenn ich sie wieder sehe. Klar, die sind in Deutschland, wenn auch mindestens 5 Stunden entfernt, aber die haben dort ihre Freunde, ihre Familie, sie kennen sich dort aus, es wird einfach nicht das Selbe sein und das macht mir verdammt noch mal Angst. Verheult bin ich dann aber wenigstens auf dem Flughafen angekommen, habe meinen Flieger bekommen, habe auch in Wellington meinen Anschlussflieger erwischt, und alles hat gepasst, außer dass mein Rucksack in Wellington blieb, aber selbst das hat mich nicht mal ansatzweise gekümmert, ich wollte einfach nur noch zurück. Ich wollte einfach noch mal ne Woche dranhängen, egal ob mit oder ohne Rucksack…

p.s.: sorry, die Bilder kommen wann wieder ein anderes Mal, dauert einfach so lange immer ;)

Schön wars...

Nun sitze ich hier, in meinem leeren Zimmer, neben meinen zwei fetten Koffern, die alles beinhalten, was ich in den letzten drei Monaten gesammelt hab. Es scheint erst so kurz her zu sein, seit ich angekommen bin und mir hier meine kleine Welt aufgebaut hab, Freunde kennengelernt hab, mit der Schule begonnen hab und einfach noch nicht fassen konnte, dass ich wirklich in Neuseeland bin. Zweifellos die schönste Zeit in meinem Leben, mit so vielen Abenteuern und Erlebnissen, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Wenn ich auch in der Schule nicht wirklich viel gelernt habe, habe ich dennoch sehr viele andere Dinge gelernt. Zum Beispiel kochen, wie ich die Gabel richtig halte, auf was ich beim Kamerakauf achten muss, wie man eine Kreditkarte benutzt, wie man Flüge bucht, dass Deutsche Pünktlichkeit ganz nett sein kann, dass meine Eltern die Besten sind, dass man wohl 2000Sms im Monat schreiben kann, dass das Leben ungerecht ist, dass ein Schmunzeln gegen alles hilft, dass Menschen sich verändern, dass die Zeit zu schnell vergeht und man nicht genug genießt, dass Geld in tiefen Löchern verschwindet und das in großen Mengen, dass man auch im Winter barfuss laufen kann, dass Pisa Schwachsinn ist, dass Reisen wundervoll ist, dass die Nacht mit Red Bull zum Tag wird, dass Busfahrer gerne reden, dass "nie wieder" zu lange ist, dass Chilenen und Brasilianer einen etwas komischen Glauben haben, dass 2012 die Welt untergeht, dass Dominos Pizza die Beste ist, dass das Wetter sich ändert, dass Schuluniformen jemanden total anders aussehen lässt, dass es Leute gibt, die kein Internet haben und dass Sprache verbindet....

So und jetzt geht es zurück nach Deutschland, ab in den Winter und zurück zu Familie und Freunden.
See ya


Notice: der Bericht zur Südinsel kommt noch...

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Mit Verspaetung...

gelandet, im Hostel eingecheckt, Christchurch um 3 Uhr nachts entdeckt, einen Nachtsnack in McDo gehabt, geschlafen, leckeres Fruehstueck von New World, hoch hinaus in der Gondola, leckeres Essen gekocht und nun im Internet!
Jap, bin heil angekommen und alles ist super!