Dienstag, 29. Juli 2008

Bilder

Catering
Schulgelände
Creative Pattern Making Raum




Schulgelände früh am Morgen, deswegen leer
Holztreppe, auf der wir immer sitzen
Vogel (sprich Wogel) Brot xD



Gym mit Basketballfeld

Ein Windlein weht...

Und schon naht der nächste Sturm (vorrausichtlich noch schlimmer, als der Letzte) und dabei ist der letzte noch immer präsent. Man kann ihn nicht nur sehen, fühlen, hören, sondern sogar schmecken. Der Chlorgehalt im Trinkwasser ist auf ein Maximum angestiegen… yam yam yam… By the way, wir haben immer noch (seit Samstag Abend) kein warmes Wasser und deswegen geh ich jetzt erstmal ins Leisure Center etwas schwimmen (Kalorienchen verbrennen…) und Duschen…

Montag, 28. Juli 2008

Time is passing by...


mein neues Zuhause von außen


(dem Regen, dem Sturm und der Kälte
habe ich mich ausgesetzt, nur um für
euch ein paar Bilder zu machen...
seid dankbar!)





Inzwischen ist einiges passiert: ich hab meine erste (halbe) Schulwoche hinter mich gebracht. Die Leuts hier sind wirklich größtenteils nett, die Typen größtenteils heiß, die Lehrer größtenteils hilfsbereit und das Wetter größtenteils beschissen… Inzwischen finde ich mich einigermaßen auf dem Schulgelände zurecht und weiß, wo wohl die wichtigsten Plätze sind. Einer dieser Orte ist wohl das Büro für International Students, in dem man fast immer eine nette ältere Frau namens Judy finden kann. Judy ist die Ansprechperson für alle Exchange Students, weiß alle Namen und Probleme von den Leuten und ist so was von fürsorglich, dass ich sie jedes Mal knuddeln könnte, wenn ich sie sehe. Eine weitere wichtige Person findet man im Office, Mr Hicks, der Mann, der sich um die Stundenpläne kümmert und sie freundlich und mit viiiiiiel Geduld immer wieder, deinen Wünschen gerecht, hinbiegt.
Die erste wirkliche Enttäuschung seit meiner Ankunft hier ist, dass es eigentlich keinerlei Sportangebot an der Schule gibt (zumindest nicht in diesem Term bzw. in dieser Jahreszeit). Zwar hat man uns ein nettes Heftchen mit einer ewig langen Liste von Sportangeboten in Term Drei gegeben, wenn man allerdings nachfragt, kann man hier aber nur Rugby (klar…), Soccer (noch eine Woche, dann auch nicht mehr) und Netball (auch nur noch einmal) spielen. Von wegen Squash und Volleyball… Da ist es kein Wunder, wenn ich hier fett werde. Die einzige Hoffnung, die jetzt noch bleibt, ist ein Sportcenter 10 min mitm Auto von meinem Haus entfernt, in dem man das alles machen kann, natürlich mit entsprechenden Kosten verbunden.
Morgens fahre ich zwar auch wie Zuhause mit dem Bus zur Schule, aber erst um 8.00Uhr und außerdem nur 5 Minuten (das ganze für 1$). Nach Hause laufe ich dann meistens (kommt aufs Wetter an) etwa 35 Minuten, weil ich einfach die Freiheit genieße, nicht aus der Schule rausstürmen zu müssen, um den Bus zu erwischen.
Am Freitag war Assembly angesagt, also eine Versammlung von der 13. Stufe in der Gym (und da ich ja in der 13. bin…hihi). Zwei aus der Stufe (vergleichbar mit Schulsprechern) haben dann die neusten News (Schulsport, ect) vorgelesen und dann haben noch ein paar Lehrer mit barschen Worten auf die 13.Stufe eingeredet, dass sie sich jetzt gefälligst anstrengen und lernen sollen und das es ja nicht sein kann, dass sie andauernd die Form class und ähnliches schwänzen und dass man sie immer in der Lunchtime in der Stadt beim Mc sehen kann und so weiter. Herrlich, wenn man mal überlegt, dass das alles etwa 17 oder 18 Jährige sind, denen man noch sagen muss, dass es ihnen selber schadet, wenn sie schwänzen.
Am gleichen Tag war dann auch noch bei den jüngeren Crazy Hut Day, das heißt die liefen alle mit den lustigsten Kopfbedeckungen durch die Schule – und das mit Schuluniform! Denn mit ihrer Schuluniform sind sie sehr streng. Während ich neulich im Office auf Mr. Hicks gewartet habe, kam ein kleines Mädchen (5.Klasse etwa) an, dass anscheinend nicht die richtigen Schuhe getragen hat. Auf jeden Fall hatte sie erstmal einen kräftigen Anschiss bekommen. Und dummerweise hatte sie zudem auch noch einen Pulli über ihrer Schuluniform an, der eine Aufschrift oder Schreck lass nach, vielleicht sogar einen Markennamen (da fällt mir grad ein, dass man so was von genial shoppen kann, weil es hier die geilsten Sachen ziemlich billig gibt, weil Winterschlussverkauf ist und da gibt’s 50% auf Sachen wie Billabong, Rip Curl, Roxy, etc) hatte und das geht einfach nicht… Es war arschkalt (ich hab mit Winterjacke und langer Hose gefroren), aber natürlich kann man ja nicht einfach einen Pulli über die gute heilige Schuluniform ziehen… So geht’s nicht.
Überhaupt sollten sie meiner Meinung nach die Verteilung von Regeln und Bußen noch mal überdenken. Achten sie doch peinlichst genau drauf, dass du am Unterricht teilnimmst, dass die Schuluniform sitzt, dass du kein Handy oder Mp3-Player benutzt oder dass du das Schulgelände nicht verlässt. Jedoch herrscht im Unterricht das pure Chaos. Auf einmal lassen sich die Lehrer auf der Nase herumtanzen, Hausaufgaben sind nicht zu machen, die Aufgabe, die im Unterricht gemacht werden soll, muss nicht gemacht werden, es darf laut geredet werden, jeder darf herumlaufen, gegessen wird, wenn man Hunger hat und ob jemand die Aufgabe verstanden hat oder nicht, ist egal. Sobald der Unterricht sich dem Ende neigt, ist die Pingeligkeit wieder da. Wehe, es verlässt jemand den Raum auch nur eine Minute vor dem Läuten – Todesstrafe! Heute hatte ich Media Studies und da die anderen Schüler alle schon länger an Projekten arbeiten und wir (zwei andere Exchange Students und ich) zu spät waren, um damit noch anzufangen, konnten wir ins Internet. Da das aber nicht ging (warum das nicht ging, ist auch noch eine lustige Geschichte, aber dazu nachher mehr), haben wir gefragt, ob wir raus dürfen, was essen und so. Durften wir auch und somit haben wir uns in die Sonne gesetzt. Nach nur 5Minuten hatte uns aber schon eine Lehrerin aufgestöbert (wohl auf der ewigen Suche nach Sündigern, wie uns) und uns bös beschimpft, was uns wohl einfallen würde und ob wir eine Genehmigung hätten, hier zu sitzen und zu allem übel telefoniert eine von uns auch noch und das ist ja die Höhe. Wir erklären ihr dann, das wir unschuldige International Students seien, worauf sie uns einen bösen Blick zuwarf und uns mit scharfen Worten befahl SOFORT, SCHLEUNIGST und zwar AUGENBLICKLICH in unsere Klasse zurückzukehren und wehe sie sieht noch mal jemanden telefonieren. Aber ich mein, es ist auch wichtiger, dass in Bezug auf so was, Zucht und Ordnung herrscht, da ist es schon klar, wenn aber dann nicht so auf die Bildung achten kann. Hier arbeitet eine ganze Englischklasse schon seit 5 (!) Stunden an einer ziemlich einfachen Aufgabe (Aufsatzschreiben – also noch nicht den Aufsatz schreiben, sondern bisher nur das Thema finden), das ich schon 10 mal hätte machen können und dabei ist Englisch nicht mal meine Muttersprache…
Samstag und Sonntag war hier ein netter Sturm unterwegs. Ein bisschen hat es mich an die Stimmung in Amerika vor einem Hurrikane erinnert: ewig lange Schlangen an Tankstellen um Gas aufzufüllen, volle Supermärkte und ewige Panikmacherein von allen Seiten (ich frag mich grad, wo in dieser Situation nur das Motto easy going hin ist). Im Endeffekt war es dann ein nettes Windle, das wehte und dazu ordentlich viel Regen. Ein nettes Ungewitter eben, dass in Deutschland nicht wirklich viel Verwüstung angerichtet hätte. Hier allerdings brach das komplette Stromsystem zusammen. Das heißt, ich war am Samstag im Kino und das wurde etliche Male leider unterbrochen, weil der Strom ausgefallen ist. Red Beach hatte aber Glück mit dem Strom, den wir hatten keine großen Ausfälle. Im Gegensatz zu der restlichen Umgebung: 15000 Leuts ohne Elektrizität und das den ganzen Tag. Zum Ausgleich hat jetzt komplett Red Beach kein warmes Wasser mehr. Der Teufel weiß warum… Und dabei war die Dusche, mein einziger Freund, der mir eine kurze Pause vor der Kälte gegeben hat. Am Sonntag wollten wir in die Kirche gehen, da aber ein Fenster vom Sturm kaputt war, musste der Gottesdienst in einen Nebenraum verlegt werden, der sofort voll war – deswegen sind wir auch wieder gegangen. Naja und dann wär da noch die Schule, die jetzt wegen dem Sturm kein Internet mehr hat. Ein Windhauch und alles bricht zusammen – das ist Neuseeland ;-) (gerade hat mir meine Hostmum folgendes erzählt: 500Leute in Auckland haben seit Samstagabend schon keinen Strom mehr und das ändert sich vorrausichtlich auch nicht bis Donnerstag auch… stell dir das mal vor!)
Gerade hatte ich noch eine lustige Erfahrung, die ich kurz loswerden will. Ich bin mit Julia zum Leisure Center (ein gigantisch großes Fitnesscenter) mit dem Bus gefahren. Und als wir wieder zurückwollten, kam einfach kein Bus. Da es ja keine Busfahrpläne gibt und wir nur einen komischen dabei hatten, fragten wir , wie weit es zu einem Shoppingcenter sei, von dem wir in etwa wussten, wann ein Bus fahren sollte. Zu weit zum Laufen hieß es dann und wir sollen einen Bus nehmen. Gesagt getan, denn glücklicherweise kam gerade einer, der dorthin fuhr. Nach 5minütiger Fahrt stiegen wir dann eben dort aus, in Vorfreude auf eine heiße Schoki (die gibt’s da nämlich und die ist saulecker und nicht mal teuer). Während wir noch an der Ampel standen, sahen wir auf der anderen Seite unseren eigentlichen Bus stehen. Kurzen Sprint eingelegt, um dann festzustellen, ja das ist der Richtige und wieder bezahlt. Der Bus fuhr dann auch gleich los und zwar genau da lang, wo wir kurz davor hergekommen waren. Er hielt sogar exakt an der Haltestelle, an der wir vor 5Minuten noch standen. Na, das nenn ich mal einen Dollar sinnvoll angelegt…
So, ich schreibe hier irgendwie nur über die negativen Sachen und das klingt jetzt irgendwie alles auch, als würde es mir nicht gefallen, aber da muss ich widersprechen. Ich finde es hier einfach nur klasse und gigantisch schön und all die kleinen Problemchen, die ich habe, gehören dazu und sind auch irgendwie witzig.
Aber natürlich vermisse ich auch einige Dinge und darum eine kleine „Vermiss-Ich-Liste“:
- meine Heizung
- Mamas warmer Rosenquilt
- Unseren Ofen
- Frau Hoffemanne
- Frische Brötchen vom Becker
- Unser Klotür, die zubleibt
- Meine Fenster, die dicht halten
- Mein Häfft (Rettung naht)
- Frau Hoffemanne
- Meine Zahnpasta
- Meine Mutti, damit sie mir die Wäsche waschen kann
- Meinen Bigmoose
- Frau Hoffemanne
- Mamas Brot
- Mein 5.1 Surround System
- Mein Fahrrad (und das aus meinem Mund)
- Frau Hoffemanne
- Das Beachvolleyballfeld
- Meinen/irgendeinen Volleyball
Also eigentlich vermiss ich nur Bequemlichkeiten und Schnick Schnack, wenn man mal von der Heizung absieht. Meine Family vermiss ich nicht direkt (Sorry…), liegt aber vielleicht auch daran, dass ich sehr viel Kontakt (Skype sei Dank) mit ihnen hab. Insgesamt hab ich das Heimweh fest unter Kontrolle und hab bisher noch keine Träne deswegen vergossen…


Red Beach bei Sturm und Regen

Mittwoch, 23. Juli 2008

school

Erster wirklicher Schultag hinter mich gebracht. Hier beginnt die Schule um 8.40 Uhr und dann hat jeder erstmal „From Class“, das heißt 15minuten rumsitzen und nichts tun (im Klassenzimmer mit dem Klassenlehrer). Dann beginnt der eigentlich Unterricht, wo sich jeder in seinen Raum begibt. Ich hab jetzt als Fächer Spanisch, Englisch, Media Studies, Pattern Making, New Zealand Experience, Catering und Information Communic. Englisch war erstmal total sinnlos. Die haben anscheinend ein Buch gelesen und machen dazu jetzt Interpretation und so was. Also haben sie heute eine Aufgabe gestellt bekommen, die sie in der Schulstunde (60min!) bearbeiten sollten. Man konnte die Frage mit 3 Sätzen beantworten, aber 90% der Schüler haben sie nicht fertig bekommen. Hier sieht es keiner so genau mit dem zu spät Kommen oder Reden im Unterricht. Auch herumlaufen ist völlig ok. Dann hatte ich noch Media Studies und Information Communic. In den beiden Fächern saß ich nur rum (am Pc), weil die Schüler alle Projekte angefangen hatten und ich eben nicht. Dann kam Pattern making und das ist jetzt schon mein Lieblingsfach. Die Lehrerin ist total nett und ich durfte mir gleich Vorlagen und Ideen in Zeitschriften für entweder einen Rock oder ein Top raussuchen, das dann Zeichnen und dann mit Vorlagen auf Stoff übertragen. Und nächstes mal wird genäht und so. Danach war Lunchtime (45min) und dann noch mal eine Stunde (irgendwie sind die Pausen komisch aufgeteilt) Catering, d.h. kochen. Wobei wir da heute nur zuschauen konnten, weil die grad irgendwelche Kochprüfungen hatten. Die Schule ist, wie schon gesagt, auf ein gigantisch großes Gelände verteilt, dementsprechend bin ich heute viel umhergeirrt auf der Suche nach Räumen, Leuten und Toiletten. Die Kantine dagegen ist total winzig (was heißt Kantine, ist eher ein Kiosk im Stil von „Ursels Mampfe“ vor dem Umbau). Sowas wie ne Aula gibt es nicht, d.h. du stehst die ganze Zeit draußen rum, beliebterweise unter kleinen Dächer, da das Wetter heute so was von wechselhaft war. Die Sonne schien oft, allerdings regnete es auch oft. Also z.B. läufst du in ein Gebäude rein und die Sonne scheint. Kommst du hinten aus dem Gebäude wieder raus regnet es in Strömen. Und dieses Phänomen konnte ich heute sehr oft beobachten. Aber wahrscheinlich könnt ihr euch nicht mal ansatzweise vorstellen, wie wechselhaft es ist. Heute Nacht war es auch heftig. Da war so ein Sturm, das ich gedacht hab, das Haus fällt gleich in sich zusammen. Stabil sind die ja nich und die Fenster hab ich ja schon erwähnt. Man hat das geblasen…

Dienstag, 22. Juli 2008

Schafe über Schafe, Fragen über Fragen








Heute stand ein Trip zu einer Schafsfarm und einer BienenKeineAhnungWasDasWar auf dem Programm. Bei der Schafsfarm gab es eine Vorstellung, bei der uns ein Typ gezeigt hat, wie er mit seinen Hunden Schafe zusammentreibt und wie man ein Schaf scherrt. Und süß waren auch die kleinen Lämmer, die wir dann mit Milch füttern durften. Der Honig auf der Farm war ziemlich lecker, den konnte man nämlich probieren.

Notice: Ich finde Neuseeland ja ein Spitzenland aber irgendwie begegne ich immer wieder Ungereimtheiten. Ich mein, dass man hier sich hinknienen muss, um seine Haare zu waschen, ist anscheinend überall so. Und dass sie alle einen kleinen Knall in Sachen Wärme bzw. Kälteempfingen haben, ist auch klar (liefen doch glatt gestern die ganzen Grundschulkinder barfuss und in T-Shirts durch die Gegend). Und das mit der Straßenseite muss ich ja erst gar nicht erwähnen. Das Wetter ist so launisch, dass man auf jeden Fall nass wird, weil du verlässt das Haus und die Sonne scheint. Du läufst 100 Meter und auf einmal schüttet es aus Eimern, das heißt du wirst total nass. Bis du dann aber deinen Schirm ausgepackt hast, bist du erstens eh schon klatschnass und zweitens hat es schon wieder aufgehört: einfach herrlich… Eine Frage, die mich sehr beschäftigt ist, warum sollte man sich Fenster kaufen, die so undicht sind, dass man die ganze Zeit denkt, sie seien offen? (Das passt zwar grad gar nicht rein aber es ist mir grad eingefallen: gleich um die Ecke von hier, gibt es Dominos Pizza (Haha!)… ) Gut weiter geht’s mit Fragen, auf die ich einfach keine Antwort habe: warum sollte ich einen Sport wie Rugby freiwillig betreiben, bei dem ich mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, dass mir danach alles wehtun wird? Was hat das hier mit dem Besteck aufsich? Manche gebrauchen gar keins, andere benutzen welches, das aussieht, als wäre es für Kleinkinder angefertigt, damit diese sich nicht verletzten können. Muss der Fernseher den kompletten Tag lang laufen? Wieso haben diese Leute hier nie das Verlangen nach einem Getränk bzw. wie können die Menschen hier ohne Flüssigkeiten überleben? Warum haben nur sehr wenige (im Vergleich zu Deutschland) Leute Internet bzw. Wireless Lan? Wo haben sie diese leckeren goldenen Kiwis her, die viel besser schmecken, als die, die wir kennen und warum gibt es sie nicht in Deutschland? Wo kommen all diese Asiaten her? Warum haben sie kein gescheites Brot und schon gar keine gescheiten Gummibärchen, geschweige denn Schokolade? Und warum zur Hölle fährt hier keiner Fahrrad????

Montag, 21. Juli 2008

School

Der erste Schultag am Orewa College ging um 9 Uhr morgens los. Schüler von allen Seiten strömten in Richtung Schule, alle sehr leicht an der netten Schuluniform zu erkennen. Mädchen tragen einen grün karierten Rock und Kniestrümpfe, Strumpfhosen oder keines von beidem, Jungs kurze (hab zumindest noch keine langen gesehen) beige Hosen. Oben rum ist Männlein und Weiblein in etwa gleich: grüner Schulpulli oder T-Shirt. Tja und zur erinnerug: wir befinden uns im Winter (d.h. ich laufe in langer Hose, Turnschuhen, Fließpullover, Winterjacke herum) und die Schüler dort tragen alle Röcke (meistens ohne Strumpfhose) und kurze Hosen und dazu Sandalen (die übrigens wie alte Leder-Römer-Sandalen aussehen). Und eine Bemerkung am Rande: Ha, ich muss keine Uniform tragen, weil ich erstens „International Student“ bin und zweitens wahrscheinlich eh in die 13. Stufe komme und es da keine Uniform gibt, lediglich einen Dresscode. Die Schule ist gigantisch groß, so dass ich mich natürlich andauernd verirre. Es sind alles einzelne Zimmer, die durch einen Art Holzsteg verbunden sind. Das heißt, man verführt sozusagen eine Art Modenschau, wenn man dort während dem Unterricht lang läuft, denn man läuft auf diesem Steg und aus den Klassenzimmern glotzen die Leute alle raus… Von meinem Zuhause zur Schule sind es zu Fuß etwa 30 min, also gut machbar. Fährräder gibt es ja wie schon erwähnt hier einfach nicht – keine Ahnung warum, denn sie wären hier einfach nur praktisch. Heuten durfte wir also unsere Fächer wählen, was nicht gerade einfach war, weil man bei den meisten Sachen nicht mal wusste, was es ist. Man hat also eine Tabelle mit 7 Spalten bekommen (und das zweimal für 12.Klasse und 13. Klasse) in der unterschiedliche Fächer aufgereiht waren. Aus jeder Spalte musste man dann ein Fach auswählen (und eine Zweitwahl, falls der erste Kurs voll ist) und man durfte Fächer aus der 13. und der 12. mischen. Das einzige Pflichtfach war Englisch, der Rest war frei auswählbar. Es standen Fächer zur Auswahl wie: Carpentry, ICT-Information Technology, Media Studies (man schaut Filme an und bespricht die danach), Fabric, Art, Design Technology, Health, Japanese, Physical Education, Catering (Kochen), Automotive Engineering, Food, Graphics, Economics, Dance, History, Drama, Accounting, Spanish, New Zealand Experience/Studies, Maori for International Students, Music und Pattern making. Und das waren nicht alle… Mal schauen, wie mein Timetable dann wirlich aussieht.

Sonntag, 20. Juli 2008

God save...

Heute gings erstmal in die Kirche! Eine große und sehr moderne Kirche, nicht weit von meiner Schule. Der Gottesdienst war total anders, als in Deutschland. Einfach viel lockerer und fröhlicher. Wir wurden erstmal persönlich begrüßt und durften uns dann auf total bequeme Bänke setzen… Der Pfarrer war ein relativer Junger, mir Maorischer Abstammung. Die Texte von den Lieder, sowie einige Gebete (wie zB das VaterUnser) wurden mit einem Beamer an die Wand geworfen (und mit hübschen Bildern hinterlegt), sodass selbst ich mitsingen bzw mitbeten konnte. Der Pfarrer hielt eine lockere Rede über den Weltjugendtag und den damit verbunden Besuch des Papstes in Australien, die sogar ziemlich lustig rübergebracht wurde. Ansonsten sind die Neuseeländer auch etwas spendabler, was den Wein angeht – da dürfen sogar die Ministranten mal nippen (und die Gemeine übrigens auch). Zum Schluss wurden allen noch gedankt, das heißt es wurde applaudiert. Dann wurde noch „Happy Birthday“ für eine alte Frau, die am Freitag 90 Jahre alt geworden ist, gesungen. Dann hat der Pfarrer noch einen Witz (!) vorgelesen, der zu dem auch noch richtig gut war und beim Rausgehen hat er sich dann noch persönlich mit Hände schütteln verabschiedet. Das nenn ich mal einen lockeren und nett gestalteten Gottesdienst bei dem selbst einige Jugendliche anwesend waren.

Notice: Nonnen haben hier ihre traditionelle Kleidung abgelegt und tragen jetzt normale Alltagskleidung. Man kann sie lediglich an einem speziellen Kreuz, das sie tragen oder das sie angesteckt haben, erkennen. Neuseeländisches „easy going“…

In Gedenken an Frau Hoffemanne



Gestern nacht lag ich noch lange wach

Hab darueber nachgedacht

Warum man das, was man am liebsten tut

So selten einfach macht


Ich wollte immer weg von hier

Obwohl ich dich so mag

Ich traeume von der weiten welt

So ziemlich jeden tag


Ich hatte immer angst davor,

Mir selber zu gestehn

Dass es nur eine loesung gibt

Ich muss jetzt endlich gehn


Ich weiss nicht, was ich will

Ich weiss auch nicht, wohin

Ich bin mir nicht mal sicher,

Ob ich morgen noch hier bin


Ich weiss nicht, wieviel zeit ich hab

Egal, was auch geschieht

Ich werde an dich denken

Dies ist mein abschiedslied


Ich hab mich schon so oft gefragt,

Wohin mein weg wohl fuehrt

Jede stunde, jeder tag

Hat meine ungeduld geschuert


Falls wir uns nicht mehr wiedersehn,

Wuensch ich dir viel glueck

Vielleicht komm ich ja irgendwann

Sogar hierher zurueck


Ich weiss nicht, was ich will

Ich weiss auch nicht, wohin

Ich bin mir nicht mal sicher,

Ob ich morgen noch hier bin


Ich weiss nicht, wieviel zeit ich hab

Egal, was auch geschieht

Ich werde an dich denken

Dies ist mein abschiedslied


Ich weiss jetzt, was ich will

Ich geh jetzt endlich los

Mein weg wird ziemlich weit sein,

Denn die welt ist ziemlich gross


Ich weiss, dass ich dich liebe
Egal, was auch geschieht
Ich werd dich nie vergessen

Dies ist mein abschiedslied

Dies ist mein abschiedslied

Dies ist mein abschiedslied

Dies ist mein abschiedslied


(Farin Urlaub - Abschiedslied)

Samstag, 19. Juli 2008

New Home








Um 11Uhr war Treffpunkt am Museum in der Stadt und von dort sollten wir dann in die jeweiligen neuen Homestays gebracht werden. Wegen irgendwelchen Zeitproblemen wurden wir allerdings schon um 9Uhr draußen vor dem Museum abgesetzt. Das heißt zwei lange Stunden warten in der Kälte und das mit dem ganzen Gepäck… Ziemlich ätzend! Als wir dann halb verfroren endlich in die jeweiligen Shuttlebusse eingeteilt wurden, nahm die Anspannung deutlich zu. Was für eine Familie würde man bekommen? Wie sieht das Zimmer aus? Haben sie Internet? Wie weit sind sie von der Schule weg? Wie wird das Essen dort sein? Ich war die Dritte (von Sieben) die ausgeladen wurde. Glücklicherweise kam meine Hostmum mir schon entgegen (so musste ich nicht klingeln, was irgendwie komisch gewesen wäre) und begrüßte mich freundlich. Eine sympathische, für ihr Alter jung aussehende, fröhlich lächelnde Frau. Im Haus wartete schon ein leckeres Essen (warme Suppe, mit leckerem Brot(!) und einem Würstchen mit Teigummantelung) auf mich und da ich total ausgehungert und unterernährt von Toastbroten war, schlang ich es von dannen ;-) Das Haus ist ein kleines, aber ziemlich nettes Haus, mit dünnen Wänden, wie es hier anscheinend normal ist. Nette Küche, kleine Essecke, großes Wohnzimmer mit riesigem Fernseher, ein Raum mit nur einem Klo, ein kleines Badezimmer und insgesamt drei Schlafzimmer. Mein Zimmer ist ein kleiner Raum (sehr viel Licht) in dem zwei Betten stehen, ein Schreibtisch, eine Kommode und ein Wandschrank. Das Wichtigste am ganzen Zimmer ist aber die Miniheizung auf Rollen! Nach langem Probieren und etlichen Problemen hat mir dann der Sohn (27) Internet verschafft –uhi welch ein Segen! Anne Marie (meine Hostmum) hat mich dann erstmal etwas rumgefahren, im Supermarkt mir eingekauft und mir ein gigantisch großes fettes Eis spendiert (das, wie sie meinte, nur so groß sei, weil der Typ uns anscheinend gemocht hat (der zu dem auch noch sehr gut aussah ;-) ) Zum Abendessen gabs dann panierten Fisch mit Karotten und Erbsen und süßer Kartoffel… Ich glaube hier wird etwas mehr wert auf eine gesunde Ernährung gelegt. Zum Nachtisch gabs goldene Kiwis, die übrigens viel besser schmecken als die Grünen, die wir haben.

Freitag, 18. Juli 2008

Last Day....

Letzter Tag Schule… jetzt ist schon wieder eine Woche rum! Die Schule bestand heute eigentlich nur aus herumsitzen und nichts tun. Am Ende hat jede Klasse noch etwas aufgeführt. Wir zeigten einen „Stöcketanz“, wie die Maori ihn vorführen. Nach der Schule gings dann wieder mal noch in die Stadt – Internetcafe… Zum Abendessen wollten wir dann, mutig wie wir waren, kochen – Kaiserschmarn. Eigentlich ein ziemlich einfaches Gericht, sollte man meinen. Aber wir haben dann doch genügend Wege gefunden es zu verkacken. Gleich am Anfang haben wir erstmal die Butter ungeschmolzen in den Rest gerührt. Und wer hätte es gedacht – es gab extreme Klümpchen... Unserer Gastmum entwich sogar ein „What the Hell…“ als sie unsere Mischung sah. Dann brannten die Pancakes auch noch an und dann wussten wir nicht, wann wir sie zu verteilen hatten. Leider haben wir wegen Missverständnisse zu wenig gemacht… Mal von dem Allem abgesehen, wars ein leckeres und gelungenes Essen. Geschmeckt hat es auf jeden Fall und nächstes Mal sind wir auch schlauer ;-)

Notice: Hier fahren Busse auch mit offenen Türen!
Es gibt BYO Restaurants – BringYourOwn Restaurants, bei denen du deinen eigenen Wein mitbringen kannst (Papa, Mama, auf nach Neuseeland ;-) )


Annette und Gary:
Ein paar Ungereimtheiten von meinen beiden Hostparents hab ich ja schon beschrieben. Aber das sind noch längst nicht alle. Die Familie an sich ist schon komisch. Hier lebt zum einem ein 16Jähriger Asiate namens Brandon, und das schon seit 3,5 Jahren, der hier auch noch seinen Collegeabschluss in 2 Jahren machen will. Gastschüler über fast 6 Jahre ist ja schon mal außergewöhnlich, wie ich finde. Zum anderen lebt hier der sieben Jahre alte Enkelsohn, der aber entweder vor dem Fernseher sitzt oder vor dem Pc. Keiner von uns weiß genau, was die Mutter macht bzw. was der Junge hier macht. Jovan heißt das Kind und die meist gehörten Worte sind wohl „good boy“. Das sagt Annette andauernd, egal, was der Junge macht. Ob er noch mal Kartoffelsalat schöpft, ob er „Thank you“ sagt oder ob er einfach nur ruhig ist. Naja, wie dem auch sei irgendeiner von dieser Familie rennt jeden Morgen um 5.30Uhr durchs Haus – und da die Wände und Decken total dünn sind, hört man jeden Schritt im unteren Geschoss. Sie sind so dünn, dass man ein Handy, das im oberen Stockwerk vibriert, unten hören kann. Das Auto wird 5 Minuten vor dem Losfahren schon angestellt, damit es warm wird und außerdem wird es noch mit heißem Wasser abgespritzt, damit es wärmer wird. Aber zum Glück sparen sie ansonsten an jeglicher Energie. Alles in allem kann man aber sagen, dass ich eine gute Welcome-Family abbekommen habe. Denn inzwischen hab ich schon harte Geschichten von anderen zu hören bekommen. Drei Mädels haben eine echt harte abbekommen: eine von ihnen hat den Anschiss ihres Leben bekommen, als sie nach einem Föhn fragte (wie könne sie nur auf die Idee kommen nach einem Föhn zu fragen. Sie (als Gastmum) wäre nicht dafür zuständig ihr einen Föhn zu stellen. Was für eine Frechheit sie sich erlauben würde, keinen eigenen mitzubringen). Dann wurden sie auch einmal total fertig gemacht, als sie das Müsli (oder einmal die Milch) leer gemacht haben. (Sie würden die Familie viel mehr kosten, als sie bezahlen würden. Das wäre alles sehr teuer und sie sollen gefälligst weniger essen). Dazu muss man sagen, dass sie anscheinend das Minimum an Milch in ihr Müsli tun, und lieber ohne essen, weil sie Schiss haben, dass sie wieder leer wird. Sie dürfen auch nur ein Toastbrot essen, den Rest sollen sie sich kaufen. Dagegen hab ich echt eine Traumfamilie abbekommen! Toast darf ich so viel essen, wie ich will…

Donnerstag, 17. Juli 2008

Huehh hott





Als Aktivitäten standen heute mehrere Sachen zur Auswahl: Kellys Tarton (ein ziemlich großes Unterwasserding), Sailing (auf einem Katamaran), Megazone (in etwa so was wie Paintball) und Horsebackriding. Natürlich bin ich reiten gegangen. Eine Truppe von 15 Mädels machte sich also am Nachmittag nach Warkworth auf. Wir wurden in Gruppen je nach Erfahrenheit eingeteilt. 7Jahre geritten à Erfahren (die anderen Stufen waren Anfänger und Mittel). Dementsprechend wurden einem dann die Pferde zugeteilt. Ich bekam ein Stute namens Sally, die keine Freunde hat und alle anderen Pferde hasst und sie immer versucht zu beißen und zu treten – sprich ein garstiges Biest. In dieser großen Gruppe (dazu kamen noch fünf Aufpasser) gings dann also los. Zum Glück konnte ich als zweite reiten und war bei der schnellen Truppe dabei. Das Gelände war herrlich, wenn es auch so seine Tücken hatte. Wir galoppierten gleich am Anfang einen ziemlich steilen Hügel hinauf und ich hatte ein gutes Tempo drauf, als auf einmal eine sehr scharfe Kurve kam, die ich etwas spät bemerkte. Da hätte es mich doch fast vom Pferd gehauen, konnte mich aber zum Glück noch halten. Leider war es sehr nass und die Wege alle total matschig. Am Schluss durften wir auf einer großen Koppel noch ein paar Runden galoppieren, weil wir auf die anderen warten mussten. Und der, der wollte, durfte Springen. Total cool und hat sehr Spass gemacht, wenn auch mein Pferd andauernd verweigerte. Alles in allem ein gelungener Ausflug J Abends ging es dann noch zu Hot Pools (Parakai Springs). Meine etwas verwöhnte und von Kanada geprägt Vorstellung wurde natürlich enttäuscht. Unter Hot Pools hatte ich mir heiße Quellen draußen in der Wildnis vorgestellt. Heraus kamen aber zwei große Becken, die einfach nur wärmer als normale Schwimmbäder waren. Und es gab eine ziemlich schnelle Rutsche… Trotz der vorläufigen Enttäuschung ein voller Erfolg. Essen gab es keins mehr davor, das heißt, wir sollten uns dort Chips kaufen… Hm, gesund…




p.s. Bilder gibts noch irgendwann mehr - das behinderte Internet geht irgendwie grad nur voll langsam und der laedt die bilder nicht hoch... :-/

Mittwoch, 16. Juli 2008

Rainforest












Heute war ein Typ von „Flying Kiwis“ (Abenteuer-Organisation) bei uns und hat Werbung für seine Organisation gemacht. Mit den „Flying Kiwis“ kann man Camptouren in ganz Neuseeland machen - der Haken ist, dass das leider Schweineteuer ist! Was ich aber gerne machen würde, wäre n Kurztrip nach Australien (es gibt anscheinend Flüge um die 100 Euro von hier nach Australien). Aber da muss ich mich noch genauer informieren. Mittags war „Rainforest Express“ angesagt. Ein Zügchen mit winzigen Wagöngchen, der quer durch den Regenwald fuhr. Tolle Landschaft, tolle Bäume, tolle Aussicht. Leider war es ziemlich kalt und die ganze Tour ging auch ziemlich lange. Zwischendrin sind wir noch zu einem Staudamm gelaufen, aber davon könnt ihr dann Bilder sehen. Schön waren auch die Glühwürmchen, die wir in Massen in den Tunneln bestaunen konnten, durch die wir fahren mussten. Der Busdriver der uns zum Wester Springs College zurückbringen sollte, ließ uns in Hendson (einem andern Stadtteil von Auckland) raus, mit der Bemerkung, von hier seinen wir viel schneller in Te Atetu Peninsula (unser Stadtteil) und hier würden alle 10 Minuten Busse fahren. Leider hatte der Mann anscheinend keine Ahnung (wie 90% aller Menschen hier irgendwie) und so fuhren die Busse gerade mal alle Stunde und auch nicht dort, wo es uns der Mann gesagt hatte. Als wir eine Chinesin fragten, meinte diese dann auch, dass sie zwar dort wohne, aber keine Ahnung habe. Ein weiterer Busfahrer zeigte uns dann schlussendlich den Weg zur richtigen Bushaltestelle und meinte wir bräuchten etwa 10 Minuten mit dem Bus nach Hause (die Chinesin folgte uns dann einfach). Jedoch wussten wir immer noch nicht auf welcher Straßenseite wir stehen mussten und fragten erneut nach. Ich ließ 5 Minuten Gestammel über mich ergehen, bis wir dann unseren Bus kommen sahen. Uff, endlich im Bus, von jetzt an ist es einfach. Haha, denkste! Von wegen 10 Minuten Busfahrt… Wir fuhren etwa 20Minuten ohne zu wissen, wo wir waren. Nach endlosen Minuten zittern und in die Dunkelheit starren, kamen wir dann an der richtigen Bushaltestelle an und rannten (!) nach Hause, weil wir schon sehr spät waren und dachten, dass es Essen gäbe. Dem war natürlich nicht so, weil Annette nicht at Home war und es somit eh nur Sandwichs gab. Somit bestand mein Frühstück aus Sandwichs, meine Mittagessen aus Sandwichs und mein Abendessen aus Sandwichs. Hellstes Toastbrot mit Käseschreiben aus der Tüte, Schinken, Tomate und Ketchup. Das nenne ich mal eine ausgewogene Mahlzeit!




Dienstag, 15. Juli 2008

Hinauf in die Wolken...











Die „Schule“ ist eine etwas überflüssige Sache, was anscheinend die Lehrer genauso sehen. Die Lehrerin, die wir gestern hatten, konnte heute nicht, dafür war ihr Mann da. Mit der Einstellung „Das hier ist überflüssig, das lernt ihr so oder so noch schnell genug im Alltäglichen Leben“ begrüßte er uns und versucht mit einigen Witzen und lustigen Sprichwörtern die Zeit uns einigermaßen angenehm zu gestalten. So lernten wir Schimpfwörter wie „mongrel“, „crap“ und ähnliches, aber auch Wörter „te reo“ (te= the and reo= language = Maori Language) wie zum Beispiel „lava lava“ (= Rockartiges Kleidungsstück, dass Männer tragen); „marae“ (=Haus); „wop wops“(=Leute, die aufm Land leben); und vieles mehr. Und zwischen dem Lernen gibt es immer „tea break“, dass jeden Tag früher anfängt, weil auch die anderen Lehrer nicht wissen, was sie machen sollen und jeder seine Schüler etwas früher rauslässt und damit den Rest anstiftet auch aufzuhören. Danach kommt Lunchtime und dann Pause bis der Bus kommt. Mit dem Bus gings dann heute zum Skytower. Mit einem Aufzug ging es dann in schwindelige Höhe (in dem Aufzugboden war eine Glasplatte, was das ganze noch lustiger machte). In 40 Sekunden geht es 168meter hoch und von dort kann man bei gutem Wetter 82km weit sehen. Der Skytower ist mit seinen 328metern sogar höher als der Eifelturm in Paris und der Sydney Tower in Australien. Dort oben hat man einen gigantischen Ausblick über komplett Auckland – und dort über die Glasböden zu laufen, hat auch was. Danach gings mal wieder nach Downtown und ab in ein Internetcafe und das nur, um EUCH auf dem Laufenden zu halten. Dann ab nach Hause und erstmal in der Area hier joggen gegangen – sehr schön zur Abwechslung mal (Grüße an meinen Papa, hier kann man ziemlich gut joggen, weils nicht ganz so hügelig ist, wie Zuhause). Zum Abendessen gabs dann, Jubel und Freude, Salat! Meine Hostmum ist anscheinend am Ende und weiß nicht mehr, was sie mit uns machen soll, weil die anderen nie aufessen und immer alles liegen lassen (ich esse brav, sogar Kartoffeln und Eier :/ ) Als sie dann Julia fragte, was wir denn mögen, war die Antwort Salat und so gab es heute den heißbegehrten Salat (aus der Tüte).







Notice: Das Geld verschwindet hier in unerklärlichen Löchern meines Geldbeutels! Es ist erstaunlich festzustellen, wie sich die kleinen Geldbeiträge im Alltag zu einem Haufen an Geld zusammensammeln. Das was sonst Mama und Papa immer übernommen haben und bezahlt haben, dass wird mir jetzt erst klar, wie viel das wirklich alles kostet, wenn mans zusammenrechnet. AHHH! Noch eine etwas komische Sache hier in Neuseeland: ich habe in meinen paar Tagen hier noch kein einziges Fahrrad gesehen (nur zwei BMXs). Fahrräder sind einfach nicht in!Der Jetlag hält sich hier verdammt hartnäckig! Am ersten Abend hier in Neuseeland war ich so müde, dass ich mich um halb sechs mal ne halbe Stunde hinlegen wollte und Ann Kathrin aus meinem Zimmer sollte mich wecken. Ich legte mich hin und war sofort eingeschlafen. Als ich wieder aufwachte, war es stockduster draußen und total ruhig im Zimmer. Ich schaute auf die Uhr und wäre vor Schreck schier aus dem Bett gefallen. Es war 1Uhr am und somit hatte ich das Abendessen, meinen Hostdad und eben den kompletten Abend verschlafen. Glücklicherweise waren meine Hostparents mir nicht sauer… Am nächsten Tag bin ich dann auch schon um 7 Uhr p.m. ins Bett gegangen, weil ich so extrem müde war. Dafür wach ich immer schon um 6Uhr am auf. Naja, aber es wird langsam besser...

Montag, 14. Juli 2008

Dear Pakeha (white People in Maori)






Heute gings erstmals zum Western Springs College. Um 9Uhr beginnt der Unterricht in kleinen Gruppen von ca. 10 Leuten. Die Lehrerin die wir erwischt haben, ist total lustig drauf. Sie scherzt die ganze Zeit, erklärt alles Mögliche und ist einfach nur gut gelaunt. Das College unterscheidet sich stark von unserer Schule: ein gigantisch großer Gebäude-Komplex, alles total modern, die Klassenzimmer mit total bequemen Stühlen und neusten Beamern ausgestattet. Leider ist es aber auch hier arschkalt. Der Atem gefriert und das nicht nur draußen, sondern eben auch im Gebäude. Gegen Mittag gings dann in ein großes Museum in Auckland. Am Anfangt hats mich nicht wirklich überzeugt, da allermöhglicher Kram ausgestellt war, der mich nicht intressiert hat. Aber später gab es dann noch eine Aufführung von Maori, die alle möglichen Tänze und Gesänge vorführten, darunter auch den berühmten Haka-Tanz (der auch vor jedem Rugbyspiel und früher auch im Krieg getanzt wird bzw wurde). Das Ganze ist total beeindruckend und mir lief kurzzeitig ein Schauer über den Rücken. Allein für das hat sich das ganze schon gelohnt. Nach dem Museum sind wir dann (nach einigen Missverständnissen und einer ewig langen Busfahrerei) noch mal nach Auckland Downtown und ins Internetcafe, das euch den letzten Blogeintrag bescherte. Mit dem Bus nach Hause (bad traffic!) und dort gab’s zum Dinner komische Würstchen, die total weich und glitschig waren („I thought you german guys would like it“), dazu gekochte Kartoffeln und irgendein glitschiges Kraut. Anscheinend die Vorstellung eines Neuseeländers wie deutsches Essen auszusehen hat. Zum Abendessen war Annettes Schwester zu Besuch und zu diesem Anlass gab es sogar, höret und staunet, Gabeln UND Messer! Wobei man anmerken muss, dass meine beiden Hostparents und auch der Gast nicht wussten, wie man damit umzugehen hat. Meine Mum wäre wohl tot vom Stuhl gefallen… (Grüße an meine Mutter, die sich nicht fürchten muss, dass ich nicht anständig esse!)

Notice: Ich weiß nicht, ob es nur an meinen Gasteltern liegt, oder ob alle Neuseeländer so prüde und vorsichtig sind, aber der andere deutsche Exchange Student Moritz darf nicht zu uns in den Untergeschoss und wenn dann nicht länger als ein paar Minuten und das Ganze nur bei offener Tür! Auf der anderen Seite bedankt man hier sich beim Busfahrer, wenn man aus dem Bus aussteigt… daran muss man sich auch erstmal gewöhnen!

Sonntag, 13. Juli 2008

Entdeckungstour....








Heute gings erstmal los ein paar umliegende Strände von Auckland abzuchecken. Da heute das Wetter total gut war, sprich die Sonne schien und es einigermaßen erträglich war, sind wir (3 andere deutsche Exchange Students, mein Hostdad, sein siebenjähriger Enkelsohn, ein weiterer asiatischer Austauschschüler, der aber schon seit 3,5 Jahren hier lebt und ich) mit dem Auto losgefahren. Erstmal ging es zum „Piha Beach“ der einer der beliebtesten Surfstrände überhaupt ist. Wunderschöne Gegend! Danach gings dann zu einem weiterem Strand und dann übers Hinterland zurück. Wir haben viele Schafe, Kühe und Schafen und es war ein wunderschöner Ausflug. Nach dem Mittagsessen (das aus selbst gemachten Sandwichs bestand (auf Mittagessen wird hier nicht so sehr gezählt)) ging es dann wieder los (diesmal auch noch mit meiner Gastmum) ein Eis essen. Unter Eis essen dachte ich mir, dass wir mal kurz zu den nächsten Läden fahren und dort ein Eis essen. Aber nein! Wir fuhren 55km (!) bis zu Pokeno Takeaway, ein anscheinend bekannter Laden, vor und in dem sich Menschenscharren tummelten. Die Auswahl an Eis war berauschend. Von Schokolade über Mince Cookie zu Rainbow Creme, wobei man bei den meisten Sorten nicht genau sagen konnte, was es ist. Die Kugeln waren gigantisch: etwa die doppelte Größe von einer Eiskugel in Deutschland. Zwei Rießenkugeln für 2,40$ (ca. 1,20€)! Dann wieder übers Hinterland zurück, einen Abstecher zu der „One Tree Hill Domain“, ein Park mit gigantischen Bäumen und hunderten von Schafen, die alle frei herumliefen, zum Teil auch auf der Straße. Und dann pünktlich zum Abendessen wieder zurück – Pizza mit Pommes!

Notice: Die Unterschiede zwischen Neuseeland und Deutschland sind nicht zu übersehen: hier im Bus zum Beispiel gibt es keinen Halteknopf sondern eine Schnur die sich durch den ganzen Bus zieht und an der man zieht um seinen Haltewunsch anzugeben. Neuseeländer können hier auch Pommes in Papier kaufen. Das heißt wir hatten zum Abendessen Pizza in der Mitte vom Tisch lagen zwei Blätter Papier (wie man sie in Deutschland zum Verpacken von zerbrechlichen Gegenständen benutzt) und darauf ein Haufen Pommes. Gegessen haben wir ohne jegliches Besteck, das rießen Pizzastück lag schon längst kalt auf dem Teller als ich kam. Trinken ist hier nicht so in, d.h. es gibt nichts zu trinken zum Essen. Und wenn man sich selber etwas holt, dann höchstens Leitungswasser (das in einer abgefüllten Flasche im Kühlschrank steht, die man aber nicht mit an den Tisch nimmt). Sprudel kennen meine Gasteltern nicht. Auch eine lustige Erfahrung ist Spaghetti mit Hackbällchen nur mit einer Gabel zu essen. Gerade mit den Hackfleischbällchen habe ich mir einen harten Kampf geliefert. Vorsicht ist aber auch geboten, dass nicht die Hand an der Gabel festfriert. Hier ist es im Haus kälter als draußen. Es gibt keine Heizungen und die Fenster bleiben auch im Winter offen. Nur für die verweichten Deutschen gibt es einen Miniheizstrahler, der mit Gas funktioniert. Der Fernseher läuft den kompletten Tag, von morgens bis abends, ohne jegliche Pause, wobei zu 99,9% der totale Mist kommt. Wenn Rugby kommt flippen sie dann total aus und das hat dann in etwas das Ausmaß, wenn EM in Deutschland ist. Das einzig Wahre am Fernsehschauen sind die Werbungen, die total lustig und kreativ sind. Ansonsten lebt man unter dem Motto „easy going“ und nimmt dieses auch ziemlich ernst. Mal schauen, wie wirs machen – wird schon passen.